Kühe

Riccarda Paula
 
Samuel  

Milchkühe in der Intensivtierhaltung: 

Aktuell werden in Deutschland mehr als 12,7 Millionen Rinder gehalten. Darunter sind rund 4,3 Millionen sogenannte Milchkühe*Ein Großteil (ca. 72 %) der Milchkühe lebt in Laufstallhaltung. Am weitesten verbreitet ist hierbei die Haltung in Liegeboxenlaufställen. Dies bedeutet häufig, dass die Kühe in engen Ställen gehalten werden, die im gesamten Laufbereich oft mit Spaltenböden (d. h. Betonböden, die abwechselnd aus Betonstegen als Auftrittsfläche und schmalen Spalten als Durchlass für Kot und Harn bestehen) ausgelegt sind. Die Liegebereiche bzw. Liegeboxen sind häufig mit Bodenbelägen aus Gummi oder selten auch mit Einstreu ausgestattet. Die meisten Milchkühe leben in Betrieben mit 50 bis 99 Tieren, wobei jedem der 650–750 kg schweren Tiere nur ca.3,5-4,0 m² Lauffläche im Stall zur Verfügung steht.

Immerhin noch 27 % aller Milchkühe leben in der nur langsam auslaufenden Anbindehaltung (meist in kleineren Betrieben mit unter 40 Tieren). Während die Kühe in Laufstallhaltung wenigstens eingeschränkt die Möglichkeit haben, sich zu bewegen, sind Milchkühe in Anbindehaltung zu fast völliger Bewegungslosigkeit gezwungen: Über Halsrahmen oder Ketten werden die Tiere in Gittervorrichtungen fixiert, die – im Fall des Kurzstandes – lediglich 140–180 cm lang und 110–120 cm breit sind. Permanent an ein und dieselbe Stelle gebunden, können die Tiere sich oft ein Leben lang nicht einmal umdrehen, gehen oder Sozialverhalten mit ihren Artgenossen ausleben. In den meisten Fällen haben auch Kühe in Anbindehaltung keine Einstreu zur Verfügung und müssen auf Gummimatten ruhen, wobei sie bei schlechter Pflege durch den Tierhalter teilweise in ihren eigenen Exkrementen liegen.

Das in der Werbung häufig präsentierte Bild von freilaufenden Kühen auf grünen Wiesen hat meist nichts mit der Realität moderner Rinderhaltung zu tun: Nur knapp 42 % aller Milchkühe werden zum Grasen auf die Weide gelassen – und das für durchschnittlich fünfeinhalb Monate im Jahr. Einige bekommen niemals in ihrem Leben eine Wiese zu sehen.

Lässt schon die Haltung von Milchkühen in den meisten Fällen und in etlichen Details viel zu wünschen übrig, so ist auch der eigentliche Prozess der Produktion von Milch in vielerlei Hinsicht fragwürdig: Da Kühe, wie andere Säugetiere auch, nur dann Milch geben, wenn sie ein Kalb geboren haben, werden sie kontinuierlich einmal im Jahr künstlich befruchtet – für eine konstant hohe Milchproduktion könnte andernfalls nicht gesorgt werden. Gemolken werden sie sowohl nach der neunmonatigen Schwangerschaft als auch während der Schwangerschaft, allein die letzten zwei Monate vor der Geburt des neuen Kalbs wird das Melken eingestellt. Was die Menge der Milch betrifft, so würden Kühe ohne den züchterischen Eingriff des Menschen nur so viel Milch produzieren, wie sie zur Ernährung ihrer Kälber benötigen – etwa 8 Liter pro Tag. Jedoch werden für die industrielle Milchproduktion zweckmäßig gezüchtete Hochleistungsrassen eingesetzt, bei denen eine Milchleistung von etwa 50 Litern (bzw. 50 kg) pro Tag keine Seltenheit mehr ist. Dominierend in Deutschland ist die Rasse Holstein. Diese gibt etwa 10.000 Liter Milch im Jahr – »Spitzentiere« erreichen jährlich sogar eine Milchleistung von über 15.000 Litern.

Durch diesen Zwang zur Höchstleistung werden die Körper der Milchkühe überlastet, was zu zahlreichen Erkrankungen führt. In der Regel sind die Kühe bereits nach vier bis fünf Jahren körperlich ausgezehrt (bzw. nicht mehr rentabel) und werden geschlachtet.

Was die neugeborenen Kälber betrifft, so werden diese bereits kurz nach ihrer Geburt von ihren Müttern isoliert, wobei die Trennung zu einer oft tage- oder sogar wochenlangen Verstörung der Tiere führt. Zweck der Trennung ist das Vorbehalten der Muttermilch vornehmlich für den menschlichen Verzehr – die Kälber selbst werden fortan oft mit Milchaustauscher (einem Gemisch u. a. aus Molkepulver) gefüttert. Während den weiblichen Kälbern in der Regel eine Zukunft als Milchkuh bevorsteht, erwartet die männlichen Tiere meist die Kälbermast (d. h. ein kurzes Leben meist isoliert von Artgenossen in einer engen Box) oder die Rindermast.

* Zu dieser Milchkuhbestandszahl kommen noch 1,8 Millionen Färsen (weibliche Rinder, die noch kein Kalb geboren haben) im Alter von 1 bis unter 2 Jahren sowie 754.000 Färsen im Alter von 2 Jahren und älter hinzu – diese Tiere dienen als Nachkommen zur Ergänzung des Milchviehbestandes. Darüber hinaus werden noch über 3,9 Millionen Kälber und Jungrinder gehalten, denen entweder eine Zukunft in der Milch- oder Fleischproduktion bevorsteht. (Quelle: Albert-Schweizer-Stiftung)

Links zum Thema Milchkühe: 

Albert-Schweizer-Stiftung
Peta - Fakten über die Milchindustrie

Mastrinder in der Intensivtierhaltung:

Derzeit werden in Deutschland insgesamt 12,7 Millionen Rinder gehalten – darunter rund 2 Millionen Mastrinder*. Bei Mastrindern handelt es sich hauptsächlich um Bullen (unkastrierte männliche Rinder) – wesentlich seltener werden aber auch Ochsen (kastrierte männliche Rinder), Färsen (weibliche Rinder, die noch kein Kalb geboren haben) und vereinzelt auch unproduktiv gewordene Milchkühe zur Fleischproduktion gemästet. Die meisten Rinder (aller Nutzungsrichtungen) leben in Betrieben mit 200 bis 499 Tieren. Der größte Anteil der männlichen Mastrinder lebt in etwas kleineren Betrieben mit einer Herdengröße von 20-49 Rindern.

In Deutschland werden in der Rindermast in erster Linie Zweinutzungsrassen eingesetzt (d. h. Rassen, die nicht für einen einzigen Leistungszweck gezüchtet wurden, sondern – wie beispielsweise im Fall von weiblichen Rindern – sowohl für die Fleisch- als auch die Milchproduktion eingesetzt werden können; v. a. Deutsches Fleckvieh). Daneben werden sowohl Milchnutzungsrassen (v. a. männliche Tiere, die als Abfallprodukt der Milchindustrie anfallen) als auch reine Fleischrassen (v. a. Charolais und Limousin) gemästet – letztere sind anders als die (rein) milchbetonten Rassen darauf ausgerichtet, möglichst schnell möglichst viel Muskelmasse auszubilden. Die Intensivmast ausgewachsener Mastrinder dauertweniger als 400 Tage, wobei die Tiere in der Regel ein Mastendgewicht von 680 bis 750 kg erreichen.Während weibliche Mastrinder durchschnittlich 1 kg pro Tag zunehmen, wächst die Körpermasse von Bullen täglich sogar bis zu 1,5 kg.

Etwa 75 % aller Rinder (ohne Milchkühe) leben in Laufstallhaltung. Rinder sind Weichbodengänger und bevorzugen somit weiche und verformbare Böden für einen sicheren Gang. Bei der Mastbullenhaltung sind häufig jedoch noch die altmodischen Vollspaltenbodenställe anzutreffen, die lediglich mit harten Vollspaltenböden aus Beton – ohne Einstreu oder Gummibelag – ausgestattet sind. Da diese Böden sowohl den ganzen Fress- und Bewegungsbereich als auch den Liegebereich abdecken, kommt es bei den Tieren häufig zu Ausrutschen, Klauenverletzungen, Druckschäden, Liegebeulen und anderen Körperschäden. Ein ausgewachsene Bulle hat in konventioneller Haltung nur ca. 2,7 Quadratmeter Platz zur Verfügung. Um das bei dieser Enge bestehende Verletzungsrisiko zu senken, werden Rindern (sofern sie nicht hornlos gezüchtet wurden) im Kälberalter oftmals prophylaktisch die Hornanlagen entfernt (Details s. u.).

Obwohl es sich bei der Anbindehaltung um eine immer seltener werdende Haltungsform handelt, leben immer noch 18,4 % der Rinder (ohne Milchkühe) unter diesen artwidrigen Haltungsbedingungen. Bei Mastrindern wird Anbindehaltung nur gelegentlich in Milchviehbetrieben mit freien Ständen praktiziert. Über Halsrahmen oder Ketten werden die Tiere in Gittervorrichtungen festgehalten, die – im Fall des Kurzstandes – lediglich 120-140 cm lang und 70-100 cm breit sind. Permanent an ein und dieselbe Stelle gebunden, sind die Tiere nicht fähig, sich um ihre eigene Achse zu drehen, zu gehen oder natürliches Sozialverhalten mit ihren Artgenossen auszuleben. Oft haben auch Rinder in Anbindehaltung keine Einstreu zur Verfügung und müssen auf Gummimatten ruhen, wobei sie bei schlechter Pflege durch den Tierhalter in ihren eigenen Exkrementen liegen. Außerdem werden die Rinder immer großrahmiger gezüchtet und sind dadurch für alte Stallanlagen zu lang. Sie müssen dann mit den Hintergliedmaßen auf den Kotgittern oder im Mistgraben stehen, was zu pathologischen Klauenveränderungen (Druckstellen, Sohlen-Ballen-Geschwüre) führen kann.

Auslauf ins Freie bekommen die Tiere in der konventionellen Haltung meist nicht (weder in der Laufstallhaltung noch in der Anbindehaltung). Nur etwa 35 % der Rinder haben Weidegang – und das für durchschnittlich nur 6,4 Monate im Jahr. Mastbullen werden aufgrund einer erhöhten Ausbruchgefahr in der Regel nicht nach draußen gelassen.

Die in konventionellen Milchbetrieben geborenen Kälber, die ihres Kalbfleisches wegen aufgezogen werden (überwiegend männliche Kälber), werden innerhalb von 24 Stunden nach der Geburt von ihren Müttern getrennt. Die neu geborenen Kälber erhalten die Milch dann nicht mehr aus dem Euter der Mutterkuh sondern aus Behältern mit einer Saugvorrichtung. Sie werden schnellstmöglich an Kälbermastbetriebe verkauft.

Mastkälber werden in ihren ersten Lebenswochen meist in engen Einzelboxen mit einer Länge von 160 bis 180 cm und einer Breite von ca. 100 cm gehalten. Natürlicher Kontakt zum Muttertier wird unterbunden und der Kontakt zu gleichaltrigen Artgenossen wird ihnen in dieser Zeit permanent verwehrt – nur durch die durchbrochenen Seitenwände der Boxen hindurch können sich die Kälber sehen und ansatzweise beschnuppern. Erst ab der 8. Lebenswoche ist die Gruppenhaltung von Kälbern vorgeschrieben, in der die Tiere in Buchten mit einem geringen Platzangebot von 1,5 bis 1,8 Quadratmeter pro Tier gehalten werden – in kleinen Betrieben ist aber auch für dieses Alter Einzelhaltung erlaubt.

In der konventionellen Kälbermast werden die Kälber mit Milchaustauscher (d. h. Muttermilchersatz aus Molkepulver und Wasser, häufig wird aus Kostengründen pflanzliches Eiweiß beigemischt) und Kraftfutter gefüttert. Um das besonders helle Kalbfleisch zu erhalten, werden die Jungtiere hauptsächlich mit Milchaustauschern und nur der Mindestgabe an Heu gefüttert. Ab dem 8. Lebenstag muss zwar Rauhfutter angeboten werden, dennoch erhalten viele Kälber nicht ausreichend wiederkäuergerechtes rohfaserreiches Material. Die Eisenversorgung durch den Milchaustauscher ist nur im unteren Mindestbereich vorgeschrieben und kann, da das Rauhfutter in ausreichenden Mengen fehlt, auch nicht dadurch ergänzt werden. Es gibt verschiedene Gründe warum den Tieren strukturiertes Rauhfutter nur in kleinen Mengen gefüttert wird, man möchte hauptsächlich neben der Farbe des Muskelfleisches, die Entwicklung des Pansens und der darin lebenden Mikroorganismen so wenig wie möglich fördern. Damit die Kälber nicht das Stroh aus der Einstreu fressen, werden sie meist auf Gummimatten gehalten. Diese unphysiologische Fütterungsweise bleibt bei den Jungtieren nicht ohne Konsequenzen: So zeigen viele Kälber Verhaltensauffälligkeiten wie ein unbefriedigtes Saugbedürfnis mit Zungenrollen und Gesundheitsprobleme, die unter anderem durch eine Anämie (Blutarmut) verursacht werden, sowie Labmagenläsionen. Es wurde ein Mindestgehalt an Eisen im Milchaustauscher gesetzlich vorgeschrieben.

Kälber werden innerhalb von 13 bis 16 Wochen teilweise auf mehr als das Dreifache ihres Ausgangsgewichtes gemästet. Mit einem Gewicht von 130 bis 200 kg und einem Alter von weniger als fünf Monaten sind sie schlachtreif. In Deutschland enden jedes Jahr 320.000 Kälber im Schlachthof. (Quelle: Albert-Schweizer-Stiftung)

Links zum Thema Mastrinder: 

Albert-Schweizer-Stiftung

Jeder muss für sich selber entscheiden, was er daraus für Resultate zieht, für uns bedeutet es eindeutig, kein Fleisch mehr zu essen. In der heutigen Zeit ist das nicht schwer, es gibt Obst und Gemüse in Hülle und Fülle, Hülsenfrüchte, Getreide, auch "Fleischersatz". 

Hier ein paar Links zum Thema Vegetarismus/Veganismus:

Vebu - Vegetarisch, was heißt das?
Peta - Vegetarismus/Veganismus
Tierschutzbund - Vegetarismus und Tierschutz

In jedem Supermarkt findet man mittlerweile ein breites Angebot an vegetarischen und veganen Produkten, hier ein paar Links für Online-Shops:

Alles-vegetarisch.de
veganz.de
vegan-total.de